PRO SURDIS GmbH
Bubenbergplatz 9
3011 Bern
031 311 56 01
bern@prosurdis.ch
Menschen, die unter Misophonie leiden zeigen eine Intoleranz gegenüber bestimmten Geräuschen. Dazu gehören sehr häufig Essgeräusche, Schniefen, Hüsteln, Atmen oder Rascheln.
Misophonie bei Kindern ist ein Thema, das erst in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt ist. Hier gibt es noch viel zu entdecken. Oft werden Kinder zu Unrecht in eine Schublade gesteckt, wenn sie sich über Geräusche beschweren. Das Umfeld empfindet sie dann evtl. als unhöflich oder anmassend.
In diesem Blogartikel möchten wir speziell auf das Empfinden der Misophonie bei Kindern eingehen sowie Wege und Strategien finden, die ihnen das Leben mit Misophonie erleichtern.
Misophonie als Begriff wurde erstmals in den späten 1990er Jahren von den niederländischen Wissenschaftlern Pavel und Jastreboff geprägt. Diese beiden Forscher sind auch bekannt für ihre Arbeit im Zusammenhang mit Tinnitus und Hyperakusis. Der Begriff Misophonie bedeutet wörtlich: Hass auf Geräusche.
Obwohl der Begriff Misophonie erst in den späten 1990er Jahren geprägt wurde, gab es schon früher Berichte über Menschen, die extreme emotionale Reaktionen auf bestimmte Geräusche zeigten. Diese Phänomene wurden jedoch oft nicht systematisch untersucht oder als eigenständige Störung anerkannt.
In den letzten Jahren hat Misophonie zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen, sowohl von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch von Medien und der breiten Öffentlichkeit. Es wurde mehr Forschung betrieben, um das Phänomen besser zu verstehen, und es wurden spezialisierte Ansätze zur Diagnose und Behandlung entwickelt.
Das Problem mit diesen verhassten Geräuschen kann Kinder jeden Alters betreffen, beginnend in der Kindheit. Es wurde jedoch festgestellt, dass sich die Symptome in der Regel im Jugendalter oder in der frühen Adoleszenz verschärfen. Bei einigen Kindern treten die ersten Anzeichen von Misophonie möglicherweise bereits auch schon im Vorschulalter auf.
Misophonie bei Kindern kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen und Verhaltensweisen äussern. Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome von Kind zu Kind variieren können, und nicht jedes Kind alle Anzeichen zeigen muss.
Viele Kinder sind in der Lage, ihr Unbehagen den verhassten Geräuschen gegenüber zu benennen. Sie sagen dann bspw. zu ihren Familienmitgliedern, dass diese zu laut essen oder schmatzen würden. Objektiv besteht dazu kein Anlass, aber sie empfinden es so.
Einige Kinder sind nicht in der Lage, die Misophonie zu benennen. Hier erfordert es eine gute Beobachtungsgabe und Empathie seitens der Erzieher oder Eltern.
Kinder mit Misophonie zeigen oft starke emotionale Reaktionen auf bestimmte Geräusche. Dazu gehören Wutausbrüche, Reizbarkeit, Angst, Unbehagen, Ärger oder sogar Traurigkeit. Diese emotionalen Reaktionen treten unmittelbar auf, wenn das Trigger-Geräusch wahrgenommen wird.
Kinder mit Misophonie neigen dazu, Situationen zu vermeiden, in denen sie denken, dass sie den auslösenden Geräuschen ausgesetzt sein könnten. Dies führt dazu, dass sie soziale Aktivitäten meiden, in der Schule Schwierigkeiten haben oder sich von Familienmitgliedern zurückziehen.
Neben den emotionalen Reaktionen zeigen einige Kinder auch physische Symptome, wie erhöhten Puls, Muskelspannung, Schwitzen oder Zittern, wenn sie den auslösenden Geräuschen ausgesetzt sind.
Kinder mit Misophonie haben oft Konflikte mit Familienmitgliedern oder Freunden, insbesondere wenn diese die Trigger-Geräusche unbeabsichtigt machen. Dies führt zu weiteren Spannungen und Problemen in den Beziehungen.
Misophonie beeinträchtigt die Fähigkeit eines Kindes, sich auf Aufgaben oder Aktivitäten zu konzentrieren, insbesondere in Umgebungen, in denen Trigger-Geräusche vorhanden sind.
Einige Kinder mit Misophonie zeigen Änderungen ihres Essverhaltens, wie das Vermeiden von Mahlzeiten in Gemeinschaft oder das Auslassen von bestimmten Lebensmitteln aufgrund der Geräusche, die sie beim Essen machen.
Misophonie kann zu erhöhtem Stress und Anspannung führen, was sich auf die allgemeine Lebensqualität und das Wohlbefinden des Kindes auswirken kann.
Beachten Sie, dass Misophonie bei Kindern oft nicht erkannt wird und mit anderen Verhaltensstörungen oder emotionalen Problemen verwechselt werden kann. Wenn Eltern, Lehrer oder Betreuer bei einem Kind Anzeichen von Misophonie bemerken, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und angemessene Unterstützung und Behandlung zu bieten.
Je früher die Störung erkannt wird, desto besser können Strategien zur Bewältigung entwickelt werden. Die Symptome von Misophonie bei Kindern ähneln oft denen von Erwachsenen. Zu den häufigsten Trigger-Geräuschen gehören das Schlucken, Kauen, Lippenbefeuchtung, Schniefen, Husten und andere wiederholte Alltagsgeräusche.
Die Diagnose von Misophonie bei Kindern kann herausfordernd sein, da die Symptome manchmal mit anderen Verhaltensstörungen oder Entwicklungsproblemen verwechselt werden. Eine genaue Diagnose erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen erfahrenen Fachmann, der auf Audiologie oder Verhaltensstörungen spezialisiert ist.
Die genauen Ursachen von Misophonie sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen. Eine Familiengeschichte von Misophonie ist bei einigen Kindern zu beobachten.
Misophonie führt zu erheblichen Auswirkungen auf das Leben von Kindern. Es belastet ihre sozialen Beziehungen, beeinträchtigt die schulischen Leistungen und führt zu emotionalen Herausforderungen. Kinder mit Misophonie könnten sich oft gestresst oder isoliert fühlen.
Die Behandlung von Misophonie bei Kindern ähnelt der bei Erwachsenen.
Dazu gehören:
Es ist wichtig, einen spezialisierten Fachmann zu Rate zu ziehen, um eine geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Die Unterstützung der Familie spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Misophonie bei Kindern. Eltern und Geschwister können lernen, wie sie die Bedürfnisse des betroffenen Kindes verstehen und wie sie in Alltagssituationen unterstützen können. Daraus ergibt sich, dass eine umfassende Aufklärung und Sensibilisierung der Familienangehörigen notwendig sind.
Die Forschung zu Misophonie bei Kindern ist ein aktives Gebiet, und Wissenschaftler bemühen sich, mehr über die Ursachen, die Prävalenz und die effektivsten Behandlungsmethoden zu erfahren. Da das Bewusstsein für Misophonie wächst, wird auch das Verständnis für diese Störung bei Kindern vertieft.
Wir möchten betonen, dass Misophonie eine ernstzunehmende Störung ist, die das Leben von Kindern erheblich beeinflusst. Wenn Sie denken, dass Ihr Kind Symptome von Misophonie aufweisen könnte, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und angemessene Unterstützung und Behandlung anzubieten. Je früher die Störung erkannt wird, desto besser können Strategien zur Bewältigung entwickelt werden. Wir von PRO SURDIS sind auch in diesem Fall für Sie und Ihre Lieben da.
Unsere langjährige Erfahrung, das Fachwissen und die persönliche Anteilnahme ermöglichen es uns, bestmöglich sowohl unseren kleinen als auch unseren grossen Patienten zu helfen.
Sie wünschen sich kompetente, engagierte und individuelle Unterstützung damit Sie endlich wieder besser hören können? Wir möchten für Sie da sein. Jetzt unverbindlich einen Beratungstermin vereinbaren.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen