Ist schlechtes Hören auf einem Ohr möglich?
Wo liegen die Ursachen und was für Möglichkeiten gibt es, um auf beiden Seiten wieder gleich gut zu hören?
„Ist eine unterschiedliche Hörfähigkeit beider Ohren normal?“
Manche Menschen suchen uns in einer unserer PRO SURDIS Filialen auf, da sie den Eindruck haben, plötzlich auf einem Ohr schlechter zu hören. Ein tatsächlicher Auslöser ist für sie meistens nicht ersichtlich. Sie fragen sich, ob es normal ist auf beiden Seiten unterschiedlich gut zu hören oder ob das eventuell eine Begleiterscheinung im Alter sein könnte. Gerne beantworten wir all Ihre Fragen dazu!
Grundsätzlich sollten beide Ohren gleichermassen gut hören und daher bei Messungen auch den gleichen Schwellenwert erreichen. Es kommt jedoch vor, dass die Hörfähigkeit von einem Ohr relativ unerwartet und schnell nachlässt.
„Warum höre ich auf einem Ohr schlechter?“
Ursächlich können wir dafür zwei Gründe angeben. Die eine, recht einfache Möglichkeit ist das Entstehen eines Ohrpfropfes. Ohrenschmalz hat sich hier angesammelt, auch genannt Zerumen und versperrt den akustischen Durchgang, wodurch Geräusche, bzw. alle akustischen Reize stark gedämpft werden und somit das Hören auf einem Ohr schlechter ist als auf dem anderen.
Die zweite, weitaus kompliziertere Variante ist eine akute Hörstörung oder gar Ertaubung auf einer Seite. Im medizinischen Fachjargon wird dies als Single-Sided Deafness bezeichnet. Ursache kann hier ein Hörsturz sein, also eine massive Hör- und Wahrnehmungsverschlechterung auf einer Seite. Damit einher gehen Schwindel und auch Tinnitus (Ohrgeräusche). In der Regel basiert ein Hörsturz auf akuten, kurzzeitigen Durchblutungsstörungen im Innenohrkanal. Die blutzuführenden Bahnen aus dem Stammhirn reagieren bei Stresssituationen hochempfindlich. Die Engstellung der Gefäße und die übermäßige Ausschüttung an Adrenalin und Noradrenalin über einen längeren Zeitraum können dies negativ beeinflussen, ebenso die Einnahme gewisser Medikamente oder auch mechanische Einwirkungen. Die letztendliche Diagnose stellt der Facharzt.
„Was kann ich tun, um auf beiden Ohren wieder gleich gut zu hören?“
Die Problematik mit einem Zerumen (Ohrpfropf) im Gehörgang, der für schlechtes Hören auf einer Seite verantwortlich ist, kann sehr einfach behoben werden. Dazu muss der Ohrpfropf, der den Gehörgang verstopft einfach nur fachgerecht entfernt werden. Das kann man selbst zu Hause versuchen, indem man sich in der Dusche Wasser ins Ohr spült, um den Pfropf mit dem Wasser nach draußen zu befördern. Allerdings gelingt einem dies selbst eher selten. Bei der unproblematischen Entfernung kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, manchmal auch der Hausarzt oder auch der Hörgeräteakustiker helfen.
Schlechtes Hören auf einem Ohr aufgrund eines akuten Hörsturzes unterliegt einer weitaus umfassenderen Behandlung. Zuerst einmal wird der Facharzt versuchen, die Ursache medikamentös zu therapieren. Der Patient erhält dann durchblutungsfördernde Mittel. Falls diese Therapie nicht anschlagen sollte und das schlechtere Hören auf einer Seite bestehen bleibt, hat das natürlich einen sehr großen Einfluss auf die gesamte Hörwahrnehmung. Dabei ist nicht nur die Sprachverständlichkeit betroffen, sondern auch das Richtungshören und der Orientierungssinn. Diese psychosozialen Auswirkungen müssen korrigiert werden. Aus dem Gesichtspunkt der Hörgeräteakustik bietet sich hier in den meisten Fällen eine Cross-Versorgung an. Das bedeutet, dass die Hörsignale mittels Funks von der schlechten auf die gute Seite übertragen werden, um eine so genannte Pseudostereophonie zu erreichen. Richtungshören, Orientierungssinn und Sprachverständlichkeit werden dadurch wieder verbessert.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz eines Knochenleitungshörgerätes, was mit minimalen chirurgischen Eingriffen verbunden ist.
Die dritte Variante besteht darin, das Ohr allumfassend elektronisch zu versorgen. Hierbei handelt es sich um das Nutzen von kompletten Implantaten.
Fazit:
Es ist grundsätzlich möglich, dass es zu schlechtem Hören auf einem Ohr kommt. Dem können unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen, die von den entsprechenden Fachleuten diagnostiziert werden.
Für jede Ursache gibt es Behandlungsmöglichkeiten!
Die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten sollten genauestens und ausführlich mit den Fachärzten der Universitätskliniken und natürlich auch mit uns, Ihren Hörgeräteakustikern von PRO SURDIS besprochen werden, um das für Sie beste Ergebnis zu erzielen.
Sie wünschen sich kompetente, engagierte und individuelle Unterstützung damit Sie endlich wieder besser hören können? Wir möchten für Sie da sein. Jetzt unverbindlich einen Beratungstermin vereinbaren.