Mein Kind hört schlecht!
Wenn es unseren Kindern nicht gut geht oder sie ein bestimmtes Krankheitsbild zeigen, leiden wir weit mehr, als wenn es uns selbst betrifft. Eltern und weitere Angehörige sind daher ständig bemüht, das Bestmögliche für ihr Kind zu erreichen und ihm optimal zu helfen. Das gilt natürlich auch bei einem beeinträchtigten Hörvermögen bei Kindern. Wir von PRO SURDIS wissen um diese Zusammenhänge, fühlen mit Ihnen und sind bestrebt, Sie in Ihrem Ansinnen so gut und tatkräftig es geht zu unterstützen.
„Reicht ein normales Hörgerät aus?“
Grundsätzlich ist wie in allen anderen medizinischen Bereichen festzuhalten, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Nicht nur, dass sie einer besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge bedürfen. Sie benötigen auch andere Messmethoden und das Ziel des Hörgeräteakustikers bei der Herstellung des Hörvermögens ist auch ein anderes.
In diesem Blog möchten wir Ihnen ein wenig Basiswissen an die Hand geben und näher auf die Unterschiede in der Hörgeräteakustik zwischen Kindern und Erwachsenen eingehen.
Allgemeine Unterschiede bei Hörstörungen zwischen Kindern und Erwachsenen
Kinder haben in der Regel keine erworbene, sondern eine angeborene Hörstörung aufgrund von Schwangerschaftserkrankungen oder vererbten Gendefekten. Erwachsene leiden vor allem unter erworbenen Hörverlusten oder es zeigt sich eine angeborene Hörstörung erst im Alter.
Der grösste Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen in diesem Bereich ist das Entwicklungsstadium. Bei Erwachsenen ist das Hörvermögen grösstenteils gut und gesund ausgeprägt und entwickelt, so dass ein normales Hören und somit auch eine normale Sprachentwicklung möglich war. Bei Kindern hingegen beeinflusst die Hörstörung sehr stark die Hörbahnreifung, die ja noch lange nicht abgeschlossen ist und somit beeinträchtigt sie auch die kindliche Entwicklung. Von daher gibt es in der Hörgeräteakustik für Kinder eine andere Herangehensweise als bei Erwachsenen.
Bei Kindern steht die Möglichmachung einer normalen Hörbahnreifung und Hörentwicklung im Vordergrund. Somit ist die Einstellung – die Korrektur am Hörgerät – eine andere als beim Erwachsenen. Bei Kindern versucht der Hörgeräteakustiker einen vollkommenen Lautheitsausgleich herzustellen, damit das Kind vom kognitiven Sinne her eine normale Hörbahnreifung durchlaufen kann.
Beim Erwachsenen sind die Hörentwicklung und Hörfähigkeit bereits komplett ausgebaut. Es geht daher nicht mehr um den vollkommenen Lautheitsausgleich, sondern mit Hilfe von speziellen Features um einen punktuellen und definierten Ausgleich des Hörschadens, beziehungsweise der Hörminderung.
Umgang und Messtechniken für Schwerhörigkeit bei Kindern
Vor allem bei Kleinstkindern oder Säuglingen muss sich der Hörgeräteakustiker anderer Messtechniken bedienen als bei Erwachsenen. Diese Techniken sind zumeist objektiv. Objektiv deswegen, weil die subjektive Rückmeldung des Kunden fehlt. Die Einschätzung der Hörstörung basiert daher auf objektiven Fakten, die durch verschiedene Messungen erhoben werden.
Dazu werden Hirnstromableitungen oder die Funktionsfähigkeit der Haarzellen gemessen. Da Säuglinge gar nicht und Kleinstkinder kaum ihr persönliches Empfinden sprachlich ausdrücken können, werden hierbei oft die nächsten Bezugspersonen zur optimalen Herstellung des Lautheitsausgleichs hinzugezogen. Das sind in erster Linie die Eltern und oft auch noch das Betreuungs- und Lehrpersonal, welches durch eine gute pädagogische Beobachtung die entsprechenden Hinweise geben kann. Somit kann der Hörgeräteakustiker ein Gesamtbild erstellen, welches ihm neben den objektiven Messtechniken hilft, die Einstellungen am Hörsystem noch besser vorzunehmen.
Pädakustik – Zusatzqualifikation
Um all diesen feinen Unterschieden in der Hörgeräteakustik für Kinder gerecht zu werden, gibt es die Zusatzqualifikation zum Pädakustiker. Diese Ausbildung ist eine Spezialausbildung, die in einer fortführenden Weiterbildung nach dem Erlangen des Meisterbriefs noch zusätzlich erlangt werden kann. Der Hörgeräteakustiker erlernt eben jene Unterschiede und setzt sich vor allem mit den kindlichen Entwicklungsstadien und dementsprechenden Bedürfnissen auseinander. Die Zusatzqualifikation dauert in der Regel zwei weitere Jahre und wird mit einer fachlichen Prüfung belegt.
Weiterhin muss der Hörgeräteakustiker eine spezielle Zulassung beantragen, um mit der Versicherung abrechnen zu können.
Pädakustik Abkommen
Es gibt zwischen den Ländern Schweiz, Österreich und Deutschland ein so genanntes Gleichstellungsabkommen, welches die Standards der Ausbildung und der Befähigung von Pädakustikern vor mehreren Jahren ratifizierte.
Diese Ratifizierung schützt den Kunden, bzw. den Verbraucher und gewährleistet ihm ein nahezu gleiches Maß an Qualität, Know-how und Messgerätestandard der Pädakustiker aller teilnehmenden Länder.
Fazit
Die Hörgeräteakustik für Kinder und Erwachsene ist komplett unterschiedlich. Gute Hörgeräteakustiker sind im Bereich Pädakustik weitergebildet und wissen um all die kleinen Nuancen, die dem Kind helfen, die Hörbahnreifung komplett zu durchlaufen und bestmöglich sein Gehör zu entwickeln.
Das Fachpersonal von PRO SURDIS verfügt über entsprechende Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen. Durch unser starkes Einfühlungsvermögen in die kindliche Welt und Psyche haben wir beste Voraussetzungen, um in diesem Bereich Kinder mit Hilfebedarf bestmöglich zu unterstützen. Bei einem Telefonat oder einem persönlichen Gespräch möchten wir gern all Ihre weiteren Fragen beantworten. Kontaktieren Sie uns daher gerne. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite!
Sie wünschen sich kompetente, engagierte und individuelle Unterstützung damit Sie endlich wieder besser hören können? Wir möchten für Sie da sein. Jetzt unverbindlich einen Beratungstermin vereinbaren.