Tinnitus – Das Rauschen, das nur ich höre

„Ich höre ein Rauschen im Ohr. Ich kann mich kaum noch konzentrieren oder schlafen und bin vollkommen rastlos.“

Das Krankheitsbild Tinnitus ist oft mit grossem Leidensdruck verbunden und führt viele Menschen zu PRO SURDIS, um sich genau zu informieren und Wege zu finden, damit der Tinnitus endlich aufhört. Im folgenden Blog möchten wir versuchen zu erklären, was genau Tinnitus eigentlich ist, wie er entsteht und welche beiden Unterscheidungen zu treffen sind.

Was ist ein Tinnitus?

Die vollständige Bezeichnung Tinnitus Aurum kommt ursprünglich aus dem Lateinischen, abgeleitet von tinnire, was „klingen“ und auris, was „Ohr“ heißt. Der betroffene Mensch hat im Falle eines Tinnitus ein Geräusch im Ohr, dass jedoch von außen von einer anderen Person nicht wahrgenommen werden kann. Es gibt also keine tatsächliche akustische Einwirkung.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen einem objektiven Tinnitus und einem subjektiven Tinnitus.

Wie entsteht ein Tinnitus?

Beim Entstehen von Tinnitus unterscheidet die Fachwelt grundsätzlich in zwei Möglichkeiten – den Objektiven und den Subjektiven Tinnitus:

Objektiver Tinnitus

Den objektiven Tinnitus kann man mit Tiefenuntersuchungen sehr gut erforschen. In der Regel handelt es sich bei den Geräuschen um körpereigene Geräusche, die jedoch von aussen nicht hörbar sind. Diese akustischen Phänomene entstehen beispielsweise durch die Engstellung von Gefässen. Dadurch nimmt der Patient den Gefässfluss war, also das Rauschen in den Halsschlagadern. Oder es könnte das Kieferkopfgelenk sein, dass bei der Bewegung knackst. Beim objektiven Tinnitus gibt es noch weitere Beispiele. Ganz banal ausgedrückt handelt es sich um Geräuschwahrnehmungen, die zwar von außen nicht hörbar sind, jedoch innerlich existieren. Der Patient hat eine verstärkte Wahrnehmung in Bezug auf diese Laute. Oft und auch recht schnell kann die Ursache des objektiven Tinnitus erkannt und auch behandelt werden.

Subjektiver Tinnitus

Beim subjektiven Tinnitus verhält es sich anders. Dazu müssen wir verstehen, dass wir bereits als Babys, ja sogar im Mutterleib ab der 22. Schwangerschaftswoche eine vollkommen ausgeprägte Hörfähigkeit besitzen. Nicht umsonst wird empfohlen, bereits mit dem Ungeborenen zu sprechen. Das Kind durchläuft bis ungefähr zum 7. Lebensjahr eine Hörbahnreifung. Während dieser Zeit wird das auditorische System geschult und lernt wichtige von unwichtigen Informationen zu differenzieren, zu klassifizieren, einzuordnen und zu bewerten. Das Kind lernt auch Stimmen zu unterscheiden.

Frühere Betrachtungen

In vergangenen Zeiten gab es oft noch die Annahme, dass der Tinnitus ein Grundgeräusch ist, welches in unserem neuralen System besteht, jedoch im Zuge der Hörbahnreifung des Kindes als Ruhe betrachtet, beziehungsweise als Stille eingeordnet wird. Man ging nun davon aus, dass durch irgendein Ereignis diese Programmierung der Ruhe gelöscht wurde und diese Geräusche auf einmal wieder als Lärm, der die Stille stört, wahrgenommen werden.

Später existierte die Theorie, dass unser Innenohr, welches für die Übertragung von mechanischen in elektrische Reize verantwortlich ist, unter einer Fehlfunktion leidet, indem es selbstständig und ohne äussere Beeinflussung ein Geräusch produziert, welches es nicht erstellen sollte.

Subjektiver Tinnitus aus heutiger Sicht

Unser auditives Nervensystem erhält Millionen von elektrischen Signalen, die es verarbeitet. Dies geschieht in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Wir sprechen hier von Millionstel Sekunden. Unsere neuralen Strukturen sind dadurch in permanenter Bereitschaft und stehen unter einer gewissen Empfangsspannung – ähnlich einem Fussballspieler, der sein Tor bewacht und jederzeit auf einen Schuss vorbereitet sein muss.

Die Nervenzellen unterliegen dieser permanenten Grundspannung und warten auf auditive Reize. Wenn diese nun aus bestimmten Gründen nicht oder teilweise oder nur eingeschränkt auf die Nervenzellen treffen, kann dies dazu führen, dass die beschriebene Grundspannung ein Rauschen oder weitere akustische Phänomene erzeugt. Im Beispiel mit dem Fussballspieler würde dieser nun irgendwann anfangen zu zittern, wenn der Torschuss, auf den er die ganze Zeit angespannt wartet, ausbleibt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass diese beschriebene Eigenaktivität der Nervenzellen die Ursache für die Geräuschwahrnehmung ist.

Das Grundproblem ist jedoch ein anderes, denn in der Regel ist das Wahrnehmen von Geräuschen für den menschlichen Organismus keine Schwierigkeit. Aber wenn der Mensch dieses Geräusch nicht mehr kontrollieren oder steuern kann, wird es zum Problem für unser psychosoziales Leben. Denn in unserem menschlichen Sicherheitssystem ist das Wissen fest verankert, dass es für verschiedene Nöte auch verschiedene Lösungsansätze gibt. So nimmt man bei einer Verletzung eine Heilsalbe, ein Pflaster, wird operiert oder anderweitig versorgt. Diese „einfachen“ Strategien gibt es jedoch beim Tinnitus nicht. Die Betroffenen leiden unter der Unbeeinflussbarkeit, der Unkontrollierbarkeit, dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Erst dadurch nehmen die psychosozialen Auswirkungen, wie Schlaflosigkeit, Rastlosigkeit, Unkonzentriertheit bis hin zu massivem sozialem Rückzug und krankheitsbedingten psychischen Problemen exponentiell zu.

Fazit Tinnitus

Unter Ohrgeräuschen oder dem so genannten Rauschen in den Ohren leiden viele Menschen. Wir von PRO SURDIS haben ein umfassendes Wissen über die Ursachen von Tinnitus und durch unsere jahrzehntelange Erfahrung ein tiefes Einfühlungsvermögen in unsere Kunden. Um herauszufinden, wie stark der Leidensdruck der Patienten ist, haben wir dazu einen speziellen Fragebogen erarbeitet. Mit diesem Werkzeug können wir zum einen herausfinden, wie stark der Tinnitus tatsächlich ist und zum anderen verschiedene Therapien ableiten. Zögern Sie daher nicht und kontaktieren Sie uns sehr gerne. Alle weiteren Informationen finden Sie hier unter Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus und Schwerhörigkeit.

Sie wünschen sich kompetente, engagierte und individuelle Unterstützung damit Sie endlich wieder besser hören können? Wir möchten für Sie da sein. Jetzt unverbindlich einen Beratungstermin vereinbaren.